16.05.1976: SVE – SV Groß Oesingen

SV Eintracht Lüneburg – SV Groß Oesingen 2:0 (0:0)

So., 16. Mai 1976, Uelzen, Sportplatz Veerßen, Zuschauer: 1.000
SVE: H. Krause – Schlüter, Gottlieb, Schmidt, Müller, Westedt (Pape), Hoffmeister, Göhlke, Schlawatzky, D. Krause (Bomberka), Ehrenberg
SVGO: König – K. Bock, Saalfrank, Penzhorn, W. Bock, Buhr (E. Dehne), B. Czechanatzki, Witte (R. Dehne), Eilmus, G. Czechanatzki, Wehner
Tore: 1:0 (58.) D. Krause, 2:0 (80.) Schlawatzky

Lüneburger Landeszeitung v. 17.05.1976:

Großartiger 2:0-Sieg über Groß Oesingen

SV Eintracht holte erstmalig
Bezirkspokal nach Lüneburg

Krause und Schlawatzky waren die Torschützen

lz Lüneburg. Was noch keiner Lüneburger Mannschaft gelang, vollbrachte die SV Eintracht am gestrigen Sonntag. Im Finale um den DFB-Bezirkspokal besiegten die Hasenburger in Veerßen die Bezirksklassenmannschaft SV Groß Oesingen verdient mit 2:0 Toren und polierten somit das schlechte Fußball-Image dieser Stadt wieder auf. Wichtigstes Kriterium für den großartigen Erfolg war die Abwehr der SVE, die schon in der Verbandsliga manchen Gegner in arge Verlegenheit brachte.
Nur mit gedämpftem Optimismus fuhren die Lüneburger nach Veerßen, hatten die Oesinger doch im Viertelfinale den Lüneburger SK mit 3:0 Toren besiegt. So erwies sich der Kontrahent auch als der erwartet starke Gegner, der gar keine Zweifel darüber entstehen lassen wollte, wem der Pokal gebührt. Gehandikapt durch die Verletzung, begannen die Hasenburger defensiv und ordneten sich dem Diktat des Gegners unter, der sofort das Spielgeschehen übernommen hatte und offenbar durch ein schnelles Tor die Basis für einen Sieg legen wollte. Schon in den ersten Spielminuten bewies die SVE-Abwehr aber ihre Qualität, indem sie Vorstöße der SV Oesingen geschickt abblockten. Bis zur 22. Minute dauerte es; ehe auch die Einträchtler zu einer Chance kamen, die von Hoffmeister aber vergeben wurde. Er scheiterte an dem brillanten Oesinger Torkeeper.
Fast wäre das 0:1 gefallen, als eine von links geschlagene Flanke von der gesamten SVE-Abwehr verpaßt wurde und nur noch Torwart Krause klären konnte. So lieferten sich beide Mannschaften in der Folgezeit einen Schlagabtausch, der besonders die fast 1000 Zuschauer begeisterte. Ohne ein Tor erzielt zu haben, gingen die 22 Spieler in die Kabinen.
Nach dem Wechsel präsentierten sich die Bezirksklassisten noch offensiver, waren noch gefährlicher. In der 58. Minute wurde Hoffmeister in aussichtsreicher Position gelegt. Den Freistoß fing Krause auf und erzielte das 1:0 durch ein herrliches Kopfballtor. Der Elan der Groß Oesinger war jetzt gebrochen, dagegen war Fortuna nun auf der Seite der Lüneburger. Schlawatzky, erst am Freitag als Ersatzspieler benannt, erspielte eine Chance nach der anderen.
In der 80. Minute fiel das 2:0, als Schlawatzky seine Gegner geschickt umspielte und unhaltbar zum zweiten Erfolg für die Lüneburger einschoß.
Die überaus geschlossen und konzentriert spielende Elf nahm auch in den letzten Spielminuten den Oesingern jegliche Hoffnung auf einen Anschlußtreffer. So ging der Pokal (verliehen durch den Staffelleiter Meyer) verdient an die Lüneburger, die nun auf attraktive Gegner im weiteren Wettbewerb hoffen. Zunächst erwarten die Einträchtler den VfV Hildesheim.

Isenhagener Kreisblatt v. 17.05.1976:

(Die Kopien aus dem Archiv des SV Groß Oesingen stellte Christian Buhr zur Verfügung – vielen Dank dafür!)

Lüneburger Landeszeitung v. 15./16.05.1976:

Finale morgen um 15.00 Uhr in Veerßen:

SV Eintracht will den Bezirkspokal

Bezirksklassenmannschaft des SV Groß Oesingen ist nicht zu unterschätzen

lz Lüneburg. Erstmalig ist es einer Lüneburger Mannschaft gelungen, bis In das Endspiel um den DFB-Bezirkspokal vorzudringen. Die SV Eintracht will sich morgen um 15.00 Uhr in Veerßen bei Uelzen im Finale gegen den SV Groß Oesingen die Chance nicht entgehen lassen, mit einem Sieg weiter im „Pokalgeschäft“ zu bleiben und auf prominente Gegner zu treffen.
Die SV Eintracht erreichte wie auch der SV Groß Oesingen überraschend dieses Finale. Die Oesinger, die in der Bezirksklasse Staffel 1 spielen und dort nur im Mittelfeld zu finden sind, schalteten am letzten Sonntag den LSK klar mit 3:0 aus. Auf die Pokalverteidigung war der TSV Wietze programmiert. Aber nach Siegen über FG Winsen und MTV Gifhorn bedeutete die SV Eintracht Endstation: Die Hasenburger gewannen vor 1200 Zuschauern nach Elfmeterschießen 6:5.
Unterschätzen wollen die Blau-Weißen ihren zwei Klassen tiefer spielenden Gegner morgen nicht. Dafür besteht auch kein Grund, denn daß der 3:0-Sieg über den LSK kein Zufallsprodukt war, unterstrichen die Oesinger schon im Viertelfinale, in dem sie Verbandsligist VfL Wolfsburg den K. o. versetzten. Groß Oesingen ist eine typische Pokalmannschaft, der die Außenseiterrolle sehr gut liegt. Ihre Kampfkraft und mannschaftliche Geschlossenheit machen sie zu einem sehr unbequemen Gegner.
Große Sorgen bereiten den Hasenburgern noch die Verletzungen von D. Krause und H. Soltau. Sollten beide bis morgen nicht fit sein, kommen Schlawatzky und Bomberka in die Mannschaft. Beide Spieler wurden bereits gegen Wietze eingesetzt und zeigten ansprechende Leistungen. Ansonsten steht die bewährte Mannschaft, die in den letzten Wochen so erfolgreich spielte, bereit: Krause, Schlüter, Müller, Schlawatzky, Gottlieb, Schmidt, Pape, Westedt, Hoffmeister, Göhlke, Bomberka, Ehrenberg, D. Krause (?), Soltau (?).
Der SV Eintracht ist zu wünschen, daß sie von vielen Lüneburger Schlachtenbummlern nach Veerßen begleitet wird. Ein Lüneburger Erfolg in diesem Spiel würde das Fußball-Image der Stadt zweifelsohne etwas aufbessern. Im Falle eines Sieges der SVE wäre der nächste Gegner auf Landesebene der VfR Hildesheim.