SV Eintracht bekommt ein Stadion

Überraschung nach der Jahreshauptversammlung - Libeskind beteiligt

  

Peter Voß

So eintönig - weil harmonisch - die Jahreshauptversammlung der SV Eintracht am vergangenen Freitag verlief, so unglaublicher die Stimmung in den blau-weißen Vorstandsreihen kurz nach Mitternacht im Anschluss an die Sitzung: nach Abschluss des offiziellen Teils nahm Schriftführer Peter Voß seine Vorstandskollegen beiseite und eröffnete ihnen, dass er durch einen dienstlichen Kontakt nach China vor 15 Monaten auf potente Geldgeber für ein eigenes Stadion der SV Eintracht gestoßen sei. Dazu Peter Voß: "Wenn man in Lüneburg auch nur einmal lächelnd durch die Bäckerstraße geht, weiß doch schon jeder Bescheid. Darum die strenge Geheimhaltung über mehr als ein Jahr. Es tut gut, dass es jetzt raus ist und dass es bei meinen Vorstandskollegen so toll aufgenommen wurde - jetzt muss ich mir keine Gedanken mehr darum machen, ob ich richtig gehandelt habe."

  

Blick vom Häcklinger Weg/Ecke Hasenburger Ring auf das Stadion - der auf dem Bild im Hintergrund dargestellte große Bau liegt parallel zur Soltauer Allee

Der Innenraum - Platz für 10.000 Zuschauer

  

Inzwischen sind die Planungen so weit gediehen, dass demnächst eine Bauvoranfrage an die Stadt Lüneburg gerichtet werden soll. Stararchitekt Daniel Libeskind, in Lüneburg bestens bekannt durch seine Tätigkeit als Dozent an der Universität, konnte von den Chinesen gewonnen werden, um das gigantische Projekt mit seinem Team auszuarbeiten. Herausgekommen sind u. a. die oben gezeigten Pläne für das Stadion.

Auch einen Namen haben die Verantwortlichen gefunden: "Wilhelm-Westermann-Stadion" soll das Schmuckkästchen heißen, benannt nach dem SVE-Präsidenten von 1989 - 1991, der sich in großem Maße Verdienste um den Verein erwarb. Als Arbeitstitel wird das Stadion vorläufig noch als "SVE-Park" bezeichnet.

Folgende Pressemitteilung wird am kommenden Mittwoch von der SV Eintracht veröffentlicht:

   

Bauvoranfrage für den "SVE-Park"

   

Eine Bauvoranfrage für das neue Fußballstadion "SVE-Park" mit 10.000 Sitz- und Stehplätzen auf dem derzeitigen Vereinsgelände der SV Eintracht im Westen Lüneburgs wird in der 15. KW eingereicht. Dieses Projekt beinhaltet nicht nur ein Stadion, sondern auch ein Einkaufszentrum, ein Hotel, Fitness und Sportmedizin sowie Büro- und Praxisräumlichkeiten. Das Gesamtinvestitionsvolumen beläuft sich auf rund 83 Mio. Euro.

   

Mit dem Neubau des Stadions "SVE-Park" in Lüneburg wird im Vorgriff der Auflage der DFL nachgekommen, ein DFL-taugliches Stadion zu errichten. Dieses Großprojekt soll auf dem derzeitigen Vereinsgelände auf ca. 33.000 m2 realisiert werden. Dieses Neubauprojekt wird die überregionale Bedeutung von Lüneburg hervorheben. Es werden potenziell mehr als 300 Arbeitsplätze geschaffen.

   

Das neue Fußballstadion bietet für 10.000 Personen Sitz- und Stehplätze. Der "SVE-Park" wird mit einer so genannten Mantelnutzung ausgestattet. Das heißt, dass sich das Fußballfeld, die Garderoben und die Tribünen im 1. Obergeschoss befinden. Im Erdgeschoss, unterhalb des Stadions und der Tribünen werden Einkaufsflächen (16.000 m2 Lebensmittel, Möbel, Kosmetik, Schuhe, Textilien und Spezialitäten) auf zwei Geschossen geschaffen. In den Untergeschossen werden 700 Parkplätzen auf zwei Ebenen für die Kunden zur Verfügung stehen. Die neue Einkaufsmall soll eine Ferien- und Freizeitatmosphäre anbieten, die die Gäste zum Verweilen einlädt. Ein großer Gastrobereich mit Tagesrestaurant, Pizzeria und Fast-Food runden das Angebot im Erdgeschoss ab. Im ersten Obergeschoss befindet sich Fitness-Bereich inkl. Sportmedizin, Physiotherapie usw. Im Stadion können, neben den Fußballspielen auch andere kulturelle und sportliche Anlässe durchgeführt werden. Ein großzügiger VIP-Business-Bereich ergänzt das Fußballstadion für dessen Anlässe. Im vierten und fünften Obergeschoss des Hauptgebäudes wird ein Business- und Seminar-Hotel (3.100 m2) mit 122 Doppelzimmern sowie vier Suiten und entsprechenden Tagungs- und Seminarräumlichkeiten erstellt. Im sechsten Obergeschoss sind Büroräume und Praxen vorgesehen.

   

Das Projekt im Westen der Stadt Lüneburg liegt direkt an einer Bushaltestelle und nur einige Fahrminuten von der Lüneburger Ostumgehung entfernt. Weitere Parkplätze sollen auf dem ehemaligen Garbers-Bau-Gelände in direkter Stadionnähe entstehen.

   

Das Projekt wird von einem Firmenkonsortium realisiert, dass der chinesische Vize-Wirtschaftsminister Yi Xiaozhun (siehe seine Website: http://yixiaozhun2.mofcom.gov.cn/) auswählen wird. Wer bezahlt, bestimmt die Musik - anscheinend auch ein chinesisches Sprichwort. Die Bewilligungsphase dauert voraussichtlich bis Ende des Jahres. Der Beginn der Bauarbeiten ist für das Frühjahr 2009 vorgesehen, damit der neue "SVE-Park" im Sommer 2011 eröffnet werden kann.

  

"Selbstverständlich wird das Stadion bei besonderen Anlässen auch anderen Lüneburger Fußballvereinen zur Verfügung stehen", betont SVE-Präsident Rolf Endler.

  

Großzügig zeigen sich die Chinesen auch, was die weiteren Grundstücksplanungen der SV Eintracht betrifft: gegenüber vom Betonsteinwerk Rettmer an der Lüneburger Straße werden drei Spiel- und Trainingsplätze errichtet, davon ein Kunstrasenplatz. Auch für die Tennisabteilung sind Plätze vorgesehen.

  

Die Baupläne und Konstruktionszeichnungen können am 01.04. ab 18:00 Uhr im Vereinslokal "FairPlay" eingesehen werden. Der chinesische Generalkonsul Ma Jinsheng wird dazu aus Hamburg erwartet.